1. Die Breite messen
Lassen Sie die Maulöffnung mit einem geeigneten Maulmessgerät vermessen, idealerweise von einem Fachmann. Führen Sie keine improvisierten Gegenstände in das Maul ein. Ein bereits gut sitzendes Gebiss kann als Referenz dienen: Messen Sie die Nutzlänge des Schafts zwischen den Innenseiten der Ringe oder Bügel, je nach Bauart.
Die Größe wird oft in Millimetern angegeben: 125 mm = 12,5 cm; 135 mm = 13,5 cm; 145 mm = 14,5 cm. Diese Angaben entsprechen nicht automatisch einer bestimmten Rasse oder Größe des Pferdes.
- Lose Ringe: Achten Sie auf den nötigen Spielraum, damit sich die Ringe bewegen können, ohne einzuklemmen; etwa 3 bis 5 mm pro Seite ist ein gängiger Richtwert, der je nach Modell bestätigt werden sollte.
- Feste Ringe: Sie müssen nahe an den Mundwinkeln sitzen, ohne diese einzuklemmen.
- Ein zu breites Gebiss kann sich übermäßig verschieben; ein zu schmales drückt auf die Lippen.
2. Die Dicke wählen
Ein dicker Schaft ist nicht unbedingt weicher. Er kann in einem Maul, in dem die Zunge wenig Platz lässt, zu sperrig sein. Ein dünner Schaft konzentriert den Druck stärker auf eine kleine Fläche. Bei der Wahl der Dicke müssen Zunge, Gaumen und Zungenbänder berücksichtigt werden: Lassen Sie den verfügbaren Platz begutachten, ohne zu versuchen, ihn mit den Fingern zwischen den Zähnen zu messen.
3. Die Formen verstehen
| Form des Mundstücks |
Wissenswertes |
| Gerade oder leicht gebogen |
Ohne mittlere Knickstelle. Die Krümmung und die Flexibilität beeinflussen den Halt; er muss ausreichend Platz für die Zunge lassen. |
| Einfache Krümmung |
Ein zentraler Knick: Sein Verhalten hängt von der Form des Laufs, seiner Breite und der Mündung ab. |
| Doppelte Krümmung |
Zwei Gelenke und ein Mittelstück. Die Länge, Form und Ausrichtung dieses Mittelteils beeinflussen den Druck auf die Zunge; dies ist nicht automatisch die sanfteste Wahl. |
| Zungenpassage |
Seine Höhe und Form müssen zur Mündung passen und dürfen keinen störenden Druck auf den Gaumen ausüben. |
4. Unterscheidung zwischen Ringen und Effekten
- Zwei freie Ringe: mehr Beweglichkeit zwischen dem Schaft und den Ringen.
- Olive oder Verdun: feste Verbindung für eine stabilere Positionierung.
- Nadeln: stärkere seitliche Führung; achten Sie auf den Abstand zur Zügelhalterung.
- Hebelgebiss, Pelham, Pessoa oder Zaumgebiss: Die Wirkung hängt von den Gebissstangen, dem Befestigungspunkt der Zügel und, je nach Modell, von der Kinnkette ab. Die Auswahl und Einstellung erfordern professionelle Begleitung.
Ein Hackamore ist kein Gebiss: Es wirkt außerhalb des Mauls und erfordert eine eigene Einstellung. Ohne Gebiss bedeutet nicht ohne Druck.
5. Material, Einstellung und Anprobe
Metall, Kunststoff oder Gummi: Achten Sie auf eine glatte Oberfläche und eine angemessene Dicke. Überprüfen Sie die Teile auf Abnutzungsspuren, Risse oder scharfe Kanten. Ein weiches Material allein garantiert noch keinen Komfort.
Stellen Sie die Backen ein, ohne das Gebiss übermäßig hochzuziehen. Die Anzahl der Falten an den Maulwinkeln reicht nicht aus, um die Einstellung zu überprüfen. Überprüfen Sie auch das Nasenband und führen Sie einen Test unter Aufsicht durch, wobei Sie jeweils nur einen Parameter auf einmal ändern.
Ein Pferd, das das Maul öffnet, den Kopf schüttelt oder den Kontakt verweigert, benötigt nicht unbedingt ein stärkeres Gebiss. Lassen Sie es auf Zahnbeschwerden, Schmerzen oder ein Einstellproblem untersuchen. Bei Verletzungen sollten Sie die Verwendung einstellen und tierärztlichen Rat einholen.
Lassen Sie die Wahl von einem Fachmann für die Anpassung von Gebissen und Ihrem Reitlehrer bestätigen. Überprüfen Sie bei Turnieren die Regeln Ihrer Disziplin und Ihrer Prüfung.
Gebissarten vergleichen
| Gebissart |
Verwendung und wichtige Hinweise |
| Wassertrensen mit losen Ringen |
Bewegliche Ringe und direkte Einwirkung; die Ringe müssen gleiten, ohne die Lippen einzuklemmen. |
| Olivenkopfgebisse |
Feste Seitenteile begrenzen seitliche Bewegung; sie allein machen ein Gebiss nicht sanft. |
| Schenkeltrensen |
Seitliche Schenkel unterstützen die Führung; mögliche Knebelriemchen und Hängenbleiben beachten. |
| D-Ring- und Baucher-Gebisse |
D-Ringe geben seitliche Begrenzung; beim Baucher wird das Backenstück am oberen Ring befestigt. Beide sind vom Pessoa zu unterscheiden. |
| Pessoa-Gebisse |
Die Zügelposition verändert die Wirkung. Tiefere Befestigungen verstärken den Hebel: Verschnallung und Zügelführung prüfen lassen. |
| Pelham-Gebisse |
Verbindet Trensen- und Hebelzügel mit modellabhängiger Kinnkette. Zwei Zügel trennen die Hilfen; Pelhamriemchen ermöglichen keine unabhängige Einwirkung. |
| Spanische und iberische Gebisse |
Diese Gruppe umfasst verschiedene Bauweisen: Anzüge, Zungenfreiheit und Kinnkette einzeln beurteilen. |
| Spezialgebisse |
Besondere Mundstücke oder Seitenteile haben bestimmte Einsatzbereiche; vor einer Korrekturzäumung zunächst die Ursache klären. |
| Westerngebisse und Hackamores |
Westerngebisse wirken je nach Bauweise direkt oder über Hebel. Hackamores wirken außerhalb des Mauls auf Nase und Kieferbereich; gebisslos bedeutet nicht druckfrei. |
| Fahrgebisse und Gebisse mit gleitendem Mundstück |
Die Wirkung hängt von Leinenposition, Anzügen und Kinnkette ab. Vertikal gleitende Mundstücke erfordern eine passende Einstellung. |
| Gebisszubehör |
Gebissscheiben, Kinnketten, Polster und Pelhamriemchen müssen passen. Sie ersetzen keine korrekte Gebissweite. |
Häufige Fragen zur Gebisswahl
Wie messe ich ein vorhandenes Gebiss?
Das gereinigte Mundstück zwischen den inneren Begrenzungen messen, ohne die Ringe. Bei Gelenken und anatomisch geformten Mundstücken die Messmethode des Herstellers beachten.
Welche Gebissgröße braucht ein Pferd oder Pony?
Rasse und Stockmaß bestimmen die Größe nicht. Mit einer geeigneten Messhilfe messen und die Passform der gewählten Bauweise prüfen.
Ist einfach oder doppelt gebrochen sanfter?
Keine Bauweise ist immer sanfter. Zungenraum, Mittelstück, Seitenteile und Zügelführung verändern die Druckverteilung.
Welches Gebiss bei Ziehen oder offenem Maul?
Zuerst Unbehagen, Anpassung und Ausbildung mit dem Reitlehrer und gegebenenfalls Tierarzt abklären. Ein stärkeres Gebiss behebt die Ursache nicht.
Kann ich direkt auf Pelham oder Pessoa wechseln?
Nur mit fachkundig begleitetem Test und Verständnis der Hebelwirkung. Verschnallung und Turnierregeln prüfen.
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